Verfahren zur Gewinnung von Gewebeproben
Sonografisch gesteuerte Vakuumstanzbiopsie
Falls ein nicht zu großer Knoten oder eine Zyste in der weiblichen Brust ohne Allgemeinnarkose und Skalpell entfernt werden soll, bietet sich die Vakuumstanzbiopsie per Mammotome an. Dabei wird nach Lokalbetäubung und unter Ultraschallkontrolle eine Biopsienadel an den Tumor herangeführt und dieser wird stückweise durch die Nadel zerkleinert und abgesaugt. An der Brust bleibt nur eine kleine Narbe von ca. 5 Millimetern. Durch dieses Verfahren kann vermieden werden, dass unnötigerweise gutartige Tumoren mit dem Skalpell über entsprechend große Schnitte entfernt werden, die sogenannte offene Biopsie. Jede offene Biopsie hinterlässt auf und vor allem in der Brust Narben, letztere können eine spätere Mammadiagnostik deutlich erschweren.
Mammografisch gesteuerte Vakuumstanzbiopsie
Bei vielen Frauen können in der Mammographie winzige Verkalkungen, aber kein solider Tumor erkannt werden. Solche Mikroverkalkungen können der indirekte Hinweis auf ein kleines Mammakarzinom sein. Wiederum ist bekannt, dass in zwei Drittel hinter allen Fällen von Mikroverkalkungen harmlose Veränderungen stehen, also wiederum zwei Drittel dieser Frauen umsonst eine offene Biopsie in Allgemeinnarkose bekämen. Durch die mammografisch gesteuerte Vakuumstanzbiopsie in Lokalbetäubung können Mikroverkalkungen minimal invasiv diagnostiziert und entfernt werden. Das Prinzip der Entfernung dieser Bezirke ist wie beim Mammotome, nur unter mammografischer Kontrolle, da Mikroverkalkungen nicht per Ultraschall dargestellt werden können.
Hochgeschwindigkeitsstanze (Jetbiopsie)
Nach lokaler Betäubung wird eine kleine Biopsienadel unter Ultraschallkontrolle an den Tumor herangeführt, um dann mittels Hochgeschwindigkeit geringe Mengen aus dem Tumor zu entnehmen. Diese Methode führen wir in der Regel bei dem dringenden Verdacht auf ein Mammakarzinom durch. Es geht letztendlich darum, die Diagnose zu sichern oder auszuschließen, um zusammen mit der Patientin die weitere Planung vornehmen zu können im Hinblick auf brusterhaltende Therapie, Wächterlymphknotenentfernung oder primär systemische Chemotherapie oder rekonstruktive Brustchirurgie.












