Medikamentöse Therapie

Chemotherapie
Der Sinn einer Chemotherapie liegt darin, die Heilungschancen einer Patientin mit Brustkrebs zu verbessern (adjuvante Chemotherapie). Das Schicksal einer Patientin mit Brustkrebs entscheidet, ob der bösartige Tumor zum Zeitpunkt der Erstdiagnose und -therapie doch schon kleine Tumorabsiedlungen (Mikrometastasen) außerhalb der weiblichen Brustdrüse gebildet hat, die sich durch bildgebenden Maßnahmen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose nicht darstellen lassen. Diese Mikrometastasen können sich zu klassischen großen Tochtergeschwülsten entwickeln und damit das Schicksal einer Patientin entscheidend verschlechtern. Es gilt also, diese eventuell vorhandenen Metastasen zu vernichten. Hierzu verabreicht man der Patientin Substanzen in der Regel in Form von Infusionen, die Zellen mit einem raschen Wachstum töten sollen, also vor allem Tumorzellen. Schnell wachsende Tumore sind durch die Chemotherapie besonders angreifbar. Leider werden dabei auch gesunde, sich rasch vermehrende Zellen des Körpers betroffen, wie blutbildende Zellen und Haarfollikel.

Unsere krankenhauseigene Apotheke fertigt in einem speziellen Zytostatikalabor alle Chemotherapien zeitnah und patientenindividuell an. Die richtige Dosis wird anhand des aktuellen Körpergewichts, der Körpergröße und unter Berücksichtigung von Laborparametern und Gesundheitszustand für jede Patientin genau berechnet.

Hormonelle Therapie
Kann ein Tumor noch auf die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron reagieren, hat er also entsprechende Hormonrezeptoren auf der Zelloberfläche, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Therapie mit einem Gegenspieler des weiblichen Hormons durchgeführt werden. Oftmals kann damit auch eine Chemotherapie umgangen werden, insbesondere bei Frauen nach deren Wechseljahren und bei nicht mit Brustkrebszellen befallenen Achsellymphknoten. Die Hormontherapie erstreckt sich in der Regel über mindestens 5 Jahre und kann in Tablettenform verabreicht werden. Die Verträglichkeit ist meist gut bis sehr gut. Über die Auswahl der empfohlenen Substanzen wird mit der Patientin gesprochen.

Herceptin-Antikörpertherapie (HER2-Antikörpertherapie)
HER2 heißt wörtlich aus dem Englischen überbersetzt: Vom Menschen abstammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermal) Wachstumsfaktor-Rezeptor2.

Hat eine Tumorzelle viele solcher HER2 Rezeptoren, teilt sie sich häufiger, und der Tumor wächst schneller. Patientinnen werden als HER2-positiv bezeichnet, wenn auf ihrem Brustdrüsengewebe sehr hohe Mengen von HER2 nachgewiesen wurden (3 oder Fish ).

Der HER2-Antikörper blockiert gezielt den HER2-Rezeptor an der Krebszelle (geringes Nebenwirkungsprofil, z.B. kein Haarausfall, keine Übelkeit).

Bei Patientinnen mit hohem HER2 Wert konnte gezeigt werden, dass sie in Kombination mit einer Chemotherapie länger leben und ein längerer Zeitraum vergeht bis zum Wiederauftreten der Erkrankung.