Intraoperative Strahlentherapie

Neuerdings ist im Brustzentrum am St.-Johannes-Hospital die Anwendung der Strahlentherapie noch im Operationssaal möglich. Mit Hilfe eines neuen Gerätes, des "Intrabeams", kann das Tumorbett bereits direkt nach Entfernung des Tumors zielgenau bestrahlt werden. Die Behandlung wird in den OP-Ablauf integriert und dauert etwa eine halbe Stunde.

Intrabeam-Gerät
Foto: Carl Zeiss

Die normalerweise anstehende strahlentherapeutische Nachbehandlung kann dadurch deutlich verkürzt werden. In einigen Fällen ist es zukünftig sogar möglich, ganz darauf zu verzichten. Durch die direkte Bestrahlung in der Brust ist sichergestellt, dass genau das richtige Gebiet bestrahlt wird. Auch lässt sich somit viel dichter an die kleinen, versteckten Satellitengeschwüre in der Tumorumgebung herankommen, als es bei der Bestrahlung durch die Haut möglich ist.

Die Therapie eignet sich vor allem für Frauen, deren Tumor nicht größer als zwei Zentimeter ist, sich auf einen Herd beschränkt und weder stark in die Milchgänge ausgebreitet ist noch Metastasen gebildet hat. Die Möglichkeit der Intrabeam-Behandlung wird für jede Patientin individuell in der Tumorkonferenz besprochen. Im Gespräch mit der Patientin wird anschließend die für sie bestmögliche Behandlungsstrategie festgelegt.